Jörg Kappel beim Swissalpin-Ultramathon

Ein neuer Ultra in den Reihen der Lauffreunde

 

 

Für seinen ersten Ultralauf hatte sich Jörg Kappel von den Lauffreunden Bönen den Swissalpine-Marathon mit Start im Stadion von Davos am vergangenen Samstag, dem 30. Juli, ausgesucht.  Ultralauf, das ist  in der Laufszene ein Sammelbegriff für Laufstrecken jenseits der Marathondistanz von 42,195 km. Der Swissalpine gilt dabei mit einer Länge von 79,1 km als höchst anspruchsvoll. In der diesjährigen Streckenvariante führte er über den Sertigpass mit einer Höhe von 2.739 Metern. Der tiefste Streckenpunkt lag nahe Filisur bei 1.019 Metern. Insgesamt waren auf dem Rundkurs 2.370 Höhenmeter - bergauf und bergab - zu überwinden. Die Streckenführung - Keschhütte, Sertig Dörfli, Clavadel, Junkerboden - liest sich dabei eher wie ein Auszug aus einem Bergwanderführer.

 

Ein halbes Jahr hatte sich Kappel auf diese besondere Herausforderung vorbereitet. Zwei Marathons in bergigem Gelände - am thüringischen Rennsteig und am Biggesee - brachten ihn in Form, ergänzt durch viele Trainingskilometer auf der Halde „Großes Holz“ in Bergkamen oder an der Hohensyburg.

 

Der Start war um 7 Uhr morgens, bei zunächst angenehmen 10 Grad und teils sonnigem Wetter. Aber im Gebirge wurde das Wetter schlechter, es regnete bei 5 Grad in Strömen. „Meinen Tiefpunkt hatte ich bei km 50“, erklärt Kappel, „hier ging es mit einer Steigung von 24 % auf einer Länge von 1,4 km über Wurzeln und Steine. An Laufen war nicht zu denken.“ Kappel weiter: „Aber nach gut 8 Stunden kehrten die Kräfte wieder zurück. Und nach 58 Kilometern war der Sertigpass bezwungen.“   Der folgende Abstieg brachte aber nicht die gewünschte Erholung,  denn es ging über Geröllfelder und matschigen Untergrund. Selbst auf den letzten 14 km, die bergab Richtung Davos gingen und durch schöne Waldstücke führten, gab es noch manch bissigen Gegenanstieg.

 

Um das Risiko für die Beteiligten zu minimieren, hatte der Veranstalter sechs Zwischenpunkte definiert. Läufer, die diese Punkte nach einem Zeitlimit erreichten, durften das Rennen nicht fortsetzen. Kappel: „Ich hatte mir das Rennen aber entsprechend eingeteilt, um diesem Risiko zu entgehen.“ Außerdem standen Ärzte an kritischen Stellen bereit, um Erschöpfte aus dem Rennen zu nehmen. „Unterwegs wurden sogar Plastikumhänge an die Läufer verteilt“, erklärt Kappel. „Ich selbst hatte mit meiner Ehefrau Ute ein Treffen nach 41 km ausgemacht, um Kleidung und Schuhe zu wechseln.“

 

Nach 13:06:13 Stunden erreichte Kappel erschöpft, aber überglücklich das Ziel. Mit ihm haben 1.219 Läuferinnen und Läufer das Rennen erfolgreich beendet. Der Sieger war der gleiche wie in den letzten 4 Jahren, nämlich der Schwede Jonas Buud in 6:11:02 Std. Bei den Damen siegte die Britin Lizzy  Hawker in 7:16:17 Std.

 

„Es war ein beeindruckender Lauf mit guter Versorgung und optimaler Organisation in einer traumhaften Landschaft.  Ich war zwar nicht schnell, aber ich habe meinen ersten Ultra erfolgreich geschafft.“, zeigt sich Kappel zu Recht stolz.

 

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